Tattoo Studio Braunschweig

OLD SCHOOL – BLACK & GREY – NEW SCHOOL – JAPANESE

Woher kommen Tätowierungen und wer hat das Tattoo erfunden?

Die “Erfindung” des Tattoos kann keiner Nation, Kultur oder Religion der Geschichte eindeutig zugerechnet werden. Vielmehr fand man Spuren und Beweise, die zeigen, dass sich der traditionelle Körperkult mehr oder weniger, parallel in den verschiedensten Regionen der Erde, in kleinen wie großen Kulturen entwickelt hat. Auch kann man ziemlich sicher behaupten, dass sich das Tattoo in den verschiedenen Völkern unabhängig und autark voneinander entwickelt hat. So fand man bei Ötzi dem ca. 5.300 Menschen aus dem Eis Tätowierungen, die wohl zu medizinischen Behandlungen unter die Haut gebracht wurden. Das kann man daran erkennen das die aus Holzkohle bestehenden Farben an Punkten unter die Haut gebracht wurden, die heute als bekannte Knotenpunkte der Akupunktur und Akupressur gelten.

Doch auch die Mumien aus Ägypten die von den Antiken Pharaonen und Heiligen der Hochkultur stammen, weisen bis heute erhaltene Tattoos auf. Bei anderen Kulturen wie z.B. den Maya, den Maori oder den antiken Japanern hatten die Tattoos oft religiöse wie auch kulturelle und rituelle Bedeutungen. In vielen Kulturen wurden auch besonders oft die Krieger tätowiert was ein Ausdruck für besondere Leistungen im Kampf und große Stärke war. Wieder andere Tattoos wurden bereits damals auf der Grundlage von Trends und Mode ausgewählt.

Wie entstanden die Tätowierungen damals?

Um die Farbpigmente permanent unter die Haut unserer Vorfahren zu bringen wurden verschiedene Werkzeuge, Hilfsmittel und Methoden benutzt, die sich auch von Volk zu Volk unterschieden. Die Maya nutzten für die Tattoos zum Beispiel Nadeln von Kakteen oder Stacheln von Pflanzen. Die Inuit aus Alaska hingegen verwendet mit Ruß schwarz eingefärbten Faden, den sie mit Nadeln unter der Haut einbrachten. Dadurch entstanden dann feine farbige Vernarbungen im Hautgewebe. Auf Hawaii werden bis heute mit kammähnlichen Instrumenten aus Holz, wunderbare Muster und Linien tätowiert, doch diese Tradition stirbt leider aus. Andere Kulturen nutzten auch menschliche Knochen die zu spitzen Nadeln geschliffen wurden, oder nutzten gleich Tierzähne wie z.B. die des Haifisches, um Pigmente unter die Haut ihrer Mitmenschen zu bringen. Für gesundheitliche Risiken hatte man damals wohl noch weniger Gespür, weshalb manche Tattoos auch gefährlich bis lebensbedrohlich sein konnten.

Tattoos im finsteren Mittelalter

Bereits im Mittelalter galten Tattoos unter Christen als blasphemisch und von der Bibel zwar nicht verboten, jedoch auch nicht befürwortet. Doch die Kirche des Mittelalters war keine Gemeinschaft, mit der man spaßen konnte – und so wurden Tätowierte als Verfechter heidnischer Bräuche von der Kirche und ihren Anhängern verfolgt. Und dabei waren die damals gestochenen Symbole nicht einmal heidnisch. Viele ließen sich als Zeichen für Ihren Glauben Kreuze, Verse aus der Bibel oder den bis heute bekannten Fisch aufbringen. Doch die Kirche sah beim Thema Tattoos trotzdem rot und die Kirche machte damals nun mal auch die Gesetze.

Wie Tattoos Europa eroberten

Zuerst gilt es die Frage zu klären woher das Wort Tattoo überhaupt kommt, wenn so viele verschiedene Kulturen wahrscheinlich andere Bezeichnungen dafür hatten. Denn dieser Begriff geht auf die Bezeichnung der Thaitianer zurück, dort heißt das Tattoo nämlich “tattau”. Und zu uns mitgebracht hat diese Kunst den Körper zu verschönern Thomas Cook. Der Entdecker und Seefahrer brachte um 1770 n. Chr. einen tätowierten Eingeborenen vom Stamm der Thaitianer von einem Abenteuer im Südpazifik mit nach Zentraleuropa. Von da an begann man den Wortlaut des Inselvolkes auch bei uns zu übernehmen. Ende des 18. Jahrhunderts und zeitgleich mit den wachsenden Handelsrouten über den gesamten Globus, kamen immer mehr Seefahrer mit Tattoos von Ihren Reisen zurück oder brachten Menschen von ihren Expeditionen mit die Farbpigmente unter ihrer Haut trugen. So entstanden dann auch in den großen Häfen und Handelszentren unseres Kontinents erste “Tattoo-Studios”. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die Verbreitung dieser Kunstform im und am eigenen Körper nicht mehr aufzuhalten.

Samuel O´Reilly – Der Erfinder der Tattoo Maschine

Die erste Tätowierungsmaschine wie wir sie heute kennen, wurde 1891 zum ersten Mal vom US-Amerikaner Samuel O´Reilly unter der Bezeichnung Tatto-Gun patentiert. Doch wie so oft bei Erfindungen, war die Maschine nicht komplett seinem Erfindergeist entsprungen. Die erste Tätowiermaschine die aus einer Führung, mehreren Nadeln und einer Leitung für die Tätowierfarbe bestand, fußte auf einer Graviermaschine vom bekannten Thomas Edison – dem Stencil Pen. Bei der Weiterentwicklung der ersten Tattoo-Maschine mit elektrischem Antrieb, stritten sich O´Reilly und der New Yorker Tätowierer Charlie Wagner um den Titel. Noch heute gibt es Modelle von Tattoo-Maschinen, die auf der Technik von damals basieren. Die erste Sitzung mit einer elektrischen Tätowiermaschine in Deutschland fand bei Chrisitan Warlich statt.

Wie sich das Tattoo in der Gesellschaft weiterentwickelt hat

Ab dem 18. Jahrhundert boomte die Tattoo Kultur in Europa und wandelte sich schon bald von rituellen und kulturellen Motiven hin zu beliebten kunstvolleren Tattoos und eigenen Trends und Modeformen. Auch wurden die Tätowierer immer kreativer und entwickelten eigene Stilrichtungen aber auch neue Motive als Kennzeichnungen ganz bestimmter Bevölkerungsgruppen und Subkulturen. Noch im 19. Jahrhundert galten Tattoos als Zeichen von Seefahrern, Handelsleuten und Kaufmännern, aber auch bei der Subkultur der Zirkusleute und Artisten waren auffällige Tattoos verbreitet. Entsprechend oft wurde das Tattoo noch als Stigma und Schublade für die Zugehörigkeit dieser teils unteren Schichten der Gesellschaft angesehen. Wer sich sichtbar viele Tattoos stechen ließ wurde folglich schnell abgestempelt. Doch mit der Zeit verlor diese Körperkunst seinen schlechten Ruf und gewinnt bis heute immer mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz. Bis in die Management Ebenen hinauf trifft man heute Menschen mit Tätowierungen an. Auch gelten heute viele Tätowiererinnen und Tätowierer eher als Künstler als nur als Handwerker die, die gewünschten Tattoofarben unter die Haut bringen.